11. Dezember 2011
 Bronze bei Deutscher Meisterschaft für das JudoTeam Steinheim

»Ein Team, unser Team, JudoTeam, Steinheim« mit diesem Teamspruch schafften es die Mädchen vom JudoTeam Steinheim zum bronzenen Edelmetall bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend unter siebzehn Jahren in München. Zum Stolperstein wurde dabei der Titelverteidiger TSV München-Großhadern.

Kein einfaches Los hatte das Team von Trainerin Trixi Kästle. Gleich im ersten Kampf traf das JudoTeam auf den Mitteldeutschen Meister, den JC Leipzig. Aber die Mädchen aus dem Bottwartal legten gleich richtig los. Nach den ersten vier Kämpfen war die Begegnung bereits entschieden. Neuschwander, Mill, Stiebeling und Bräuninger hatten die Punkte geholt. Schopper und Wörner mussten eine Gewichtsklasse höher starten und gaben ihre Kämpfe trotz großem Kampfeinsatz ab. Walter zwang ihre Gegnerin mit Armhebel zur Aufgabe und brachte den Endstand von 5:2.

Mit der Kampfgemeinschaft MTV Vorsfelde/SV Victoria Lauenau traf Steinheim auf den Norddeutschen Meister. Etwas holprig startet das Team gegen die Niedersachsen. Greta Neuschwander (über 70 Kilogramm) gab in letzter Sekunde eine Wertung an Giovanna Scoccimarro ab. Mit einem Armhebel wurde die Sindelfingerin Aylin Mill (bis 70 Kilogramm) von Merle Wittekindt zur Aufgabe gezwungen. Die Wende leitete Rebecca Bräuninger (bis 57 Kilogramm) mit einer spektakulären Aushebetechnik ein. Schon nach vierzehn Sekunden kam sie damit gegen Anna Lachetta zum Erfolg. Auch Katja Stiebeling (bis 52 Kilogramm) machte es früh klar. Nach fünfundzwanzig Sekunden kam die Sportlerin vom JC Herrenberg gegen Nelly Falahatgar mit einem Uchi-Mata (Innenschenkelhüftwurf) zum Erfolg. Catrin Schopper hatte einen starken Tag und füllte die Klasse bis 48 Kilogramm als Superleichtgewicht sehr gut aus. Nach zwei Wertungen für O-Uchi-Gari (Große Innensichel) hielt sie Ricarda Henniges im Haltegriff fest. Die Siebenundfünfzigerin Larissa Wörner hatte in der Klasse bis 63 Kilogramm einen kräftezehrenden Kampf gegen Melanie Wimmer zu bestreiten und erzielte ein Unentschieden. In der leichtesten Gewichtsklasse bis 44 Kilogramm erkämpfte Juliane Walter den vierten Punkt für Steinheim mit einem O-Uchi-Gari gegen Annika Wittekindt.

Im Kampf um den Finaleinzug wartet kein geringerer als der Titelverteidiger und Lokalmatador der TSV München-Großhadern. Neuschwander geriet gegen Lisa Dollinger in einen Haltegriff und musste ihren Punkt frühzeitig abgeben. Mit zwei Wertungen ging Mill früh in Führung und beendete den Kampf gegen Anthi Karvounid mit einem Haltegriff. Bräuninger brachte die erste Führung für Steinheim. Gegen Loretta Schätz arbeitete die Pleidelsheimerin einen schöne Haltetechnik heraus. Mit der Vizeweltmeisterin hatte es Katja Stiebeling zu tun. Nach einem harten Kampf unterlag sie der Dauerkonkurrentin mit einer kleinen Wertung. Schopper war der ihrer Gegnerin körperlich unterlegen. Tapfer wehrte sie sich gegen Michele Hürzeler geriet aber auch gegen diese starke Bodenkämpferin in einen Haltegriff. Lange hielt auch Larissa Wörner gegen Amelie Stoll gegen, aber erst wurde ein Angriff gekontert und anschließend unterlag auch sie durch eine Festhaltetechnik. Damit war die Entscheidung schon gefallen. In der untersten Klasse kam es zu einer Neuauflage des Finalkampfes der Deutschen Einzelmeisterschaft. Diesmal konnte die jüngere Walter gegen Philine Falk gut mithalten. Über einen Großteil des Kampfes setzte sie ihre Gegnerin unter Druck und erreichte ein Unentschieden.

Im Kampf um den dritten Platz galt es dann nochmals alle Kräfte zu mobilisieren. Wieder ging es gegen den JC Leipzig. Die Judoka der Sportschule waren trotz des Sieges in der Vorrunde nicht zu unterschätzen. Mit mentaler Stärke und einer guten Portion Selbstvertrauen ginge sie in die Kämpfe. Leipzig hatte etwas umgestellt und so musste jetzt Neuschwander gegen Amelie Selle ran. Nach halber Kampfzeit siegte die Göppingerin mit einem Haltegriff. Mill verbuchte gegen Kristin Faltin ein Remis. Mit zwei tollen Würfen war Bräuninger wiederum eine sichere Bank im Steinheimer Aufgebot. Die Vorzeigeathletin siegte gegen Fredericke Steinhof. Stiebeling tat sich schwer gegen Cassandra Wappler. Sie ging in Führung verlor diese aber durch einen Schulterwurfansatz und zweier Bestrafungen. Mit dem Schlussgong gelang ihr allerdings noch eine Selbstfalltechnik und erhielt dafür einen vollen Punkt. Sensationell machte Schopper dann den Sack zu. Mit einem Uchi-Mata erwischte sie Leipzigs stärkste Kämpferin Laura Ackermann. Bronze war sicher und die gesundheitlich angeschlagene Larissa Wörner trat ihren Punkt kampflos an die Sachsen ab. Walter konnte mit der sicheren Bronzemedaille auf die Matte gehen und erkämpfte den zweiten Sieg an diesem Tag gegen Jennifer Bergk mit einem O-Uchi-Gari.

Nachdem Steinheims Mädchen schon 2008 bei den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften vertreten waren, haben sie nun im zweiten Anlauf den Sprung auf das Treppchen geschafft und haben damit Vereinsgeschichte geschrieben.

Das in Steinheim gute Jugendarbeit geleistet wird, zeigt sich auch dadurch, dass es die Jungs mit ihrer Mannschaft ebenfalls zu den nationalen Titelkämpfen geschafft haben. Gegen den UJKC Potsdam waren sie mit einem 5:1 gestartet. Gegen den Norddeutschen Meister wäre ein Sieg machbar gewesen, aber leider läuft in Mannschaftskämpfen nicht alles nach Plan. Mit Simon Lay mussten die Steinheimer auf ihren stärksten Kämpfer krankheitsbedingt verzichten und auch sonst lief in der Begegnung nicht alles rund und das JudoTeam Steinheim verlor knapp mit 4:3. Auch gegen den JC Leipzig passte es nicht mehr. Trotz guter Kämpfe ging die Begegnung mit 5:2 nach Sachsen. Im Aufgebot standen: Moritz und Felix Huber, Lukas Klemm (TSV Leinfelden), Nicolai Krebs, Eric Schmidgall (TSG Backnang), Alexander Frank (JC Kano Heilbronn), Guido Kramer, Yannik Dötterer, Peter Brück, Norman Kästle und Kevin Hermann.