10. Mai 2009
 Steinheimer Steffen Hoffmann für Jugend-Weltmeisterschaften nominiert

Bei den Internationalen Deutschen Einzelmeisterschaften der Jugend unter siebzehn Jahren gingen 828 Judoka aus vierundzwanzig Nationen an den Start, darunter fünf Judoka vom JudoTeam Steinheim.

Das Turnier ist derzeit Europas größtes Jugendturnier. Die Nationaltrainer der teilnehmenden Länder nutzen Berlin zur Sichtung und Bildung ihrer Nationalteams für die Europa- und Weltmeisterschaften und somit war in Berlin nicht nur Masse sondern auch Klasse vertreten. Steffen Hoffmann konnte mit seinen Kämpfen erneut die Bundestrainer überzeugen und darf für den Deutschen Judo-Bund bei den Weltmeisterschaften Anfang August in Budapest (Ungarn) starten. Alessa Sommer bekam die Nominierung für die Europäischen Jugendspiele Mitte Juli in Tampere (Finnland) und Anil-Kaan Bozkurt hofft als Ersatzkämpfer auf einen Einsatz bei den Europameisterschaften in Koper (Slowenien) Anfang Juli. Diese Nominierungen sind für das verhältnismäßig kleine JudoTeam Steinheim ein beachtlicher Erfolg.

Steffen Hoffmann setzte sich in der Klasse bis 50 Kilogramm mit 63 Teilnehmern in Szene. Der Steinheimer verpasste zwar mit Patz fünf knapp eine Medaille, bestätigte aber erneut, dass er international vorn mit dabei ist. Im Auftaktkampf knöpft er Marcello Mundula vom italienischen Nationalteam nach fünf Sekunden eine hohe Wertung mit einer Innensichel ab. Aktiv setzte er den Kampf fort und beendete ihn vorzeitig durch taktische Kampfführung.
Gegen den Aserbaidschaner Khayal Mirzezade ließ der Steinheimer nichts anbrennen und holte diesen mit einem Innenschenkelhüftwurf von den Füßen. Gegen Kristjan Toniste aus Estland geriet er mit einer mittleren Wertung in Rückstand, setzte aber seinen Konkurrenten mit einem guten Griffkampf unter Druck und holte aktiv den Rückstand wieder auf.
Mit Adrien Quertinmont aus Belgien hatte Hoffmann noch eine Rechnung offen. Gegen den Belgier hatte er im letzten Jahr auf gleicher Matte das Finale verloren. Mit einem klasse Innenschenkelhüftwurf zog er in Finale ein. Dort wartete erneut ein Aserbaidschaner auf ihn.
Fast drei Minuten hatte Hoffmann Parviz Shukurov unter Kontrolle, doch dann ließ er sich von einer blitzschnellen Beingreiftechnik überraschen und aus war der Traum vom Finale. Im Kampf um Platz drei traf er erneut auf den starken Russen Sakhavat Gadzhiev, gegen den er seinen ersten Kampf in Tver (Russland) verloren hatte. Ein aufgestelltes Kampfkonzept ging noch nicht auf und Hoffmann wurde erneut durch eine Aushebetechnik besiegt.

Für eine Überraschung sorgte Larissa Wörner in der Klasse bis 44 Kilogramm. Als jüngster Jahrgang und dem ersten Start bei einem solchen internationalem Großturnier erkämpfte sie sich ebenfalls einen fünften Platz. Nach einem Sieg mit Inneschenkelhüftwurf gegen Merel Wit aus den Niederlanden schlug sie auch Jennifer Aßmann aus NRW mit einer Selbstfalltechnik. Im weiteren Turnierverlauf hatte sie es dann nur noch mit dem russischen Nationalteam zu tun. Dabei siegte sie gegen Sabina Gilyazova durch Kampfrichterentscheid. Im Kampf um den Finaleinzug unterlag sie gegen Evgeniya Demintseva und auch im Kampf um Platz drei hatte sie Venera Nizamova noch nicht viel entgegen zusetzten und wurde gekontert.

In der gleichen Klasse galt Alessa Sommer als Mitfavoritin, musste aber leicht angeschlagen schon im ersten Kampf gegen die Holländerin Laura Prince leider die Segel streichen.

Für Anil-Kaan Bozkurt ging es bei dem Turnier, in der Klasse bis 90 Kilogramm, noch um eine internationale Bestätigung. Mit zwei Siegen gegen Roman Oravec aus der Slowakei und gegen den Georgier Elguia Bibilashvili durch Innenschenkelhüftwurf startete er gut. Dem Russen Gashimov war Bozkurt, wie schon in Tver (Russland), unterlegen. Der Tscheche Sergio Kocev musste ihm den Punkt kampflos überlassen. Im Kampf um den Einzug ins kleine Finale ließ er sich vom Polen Jakub Zakrzewski überraschen und musste sich mit Platz sieben zufrieden geben.

Rebecca Bräuninger machte in der Klasse bis 52 Kilogramm zwei gute Kämpfe. Gegen Lisa Leyman aus Belgien erkämpfte die erst vierzehnjährige ein Sieg, bevor sie der starken Ungarin Katinka Szabo lediglich mit einer mittleren Wertung unterlag.